Haas Food Equipment GmbH hat Pro/INTRALINK durch Windchill PDMLink abgelöst. SAP und Windchill PDMLink wurden über die SAP-Schnittstelle von Innoface gekoppelt.

Das österreichische Familienunternehmen Haas Food Equipment GmbH mit Hauptsitz in Leobendorf bei Wien ist weltweit bekannt für Maschinen und Dienstleistungen zur Herstellung von Waffeln, Kekse, Süßwaren und Molkereiprodukte. Haas Food Equipment ist heute weltweit an mehreren Produktionsstandorten in Europa und in Übersee präsent. Die Produktion der genannten Endprodukte erfordern komplexe Maschinen und Anlagen die auf höchstem Qualitätsniveau produziert werden müssen.

Zunächst wurde in Zusammenarbeit mit Konstruktion, Arbeitsvorbereitung, Produktion und Einkauf ein Lastenheft für Windchill PDMLink und SAP-Schnittstelle erarbeitet. Die Maschinen und Anlagen von Haas Food Equipment benötigen eine hohe Anzahl eigengefertigter bzw. zugekaufter Teile, die in beiden Systemen sowohl Windchill PDMLink als auch in SAP synchron abgebildet sein müssen. Nur so kann die Konstruktion die Konstruktionsstücklisten vollständig im Windchill-System definieren. Die zentrale Pflege der Normteile im SAP-System war ebenfalls eine wichtige Randbedingung.

Im Zuge eines Auswahlprozesses entschied sich Haas Food Equipment für Innoface als Partner für die Schnittstellenimplementierung. Für die Einführung von Windchill PDMLink wurde die Firma Techsoft Datenverarbeitung GmbH aus Linz beauftragt. Zusätzlich wurde zur einfacheren Verwaltung sowie für das intelligente Finden von Norm- und Kaufteilen das Strategische Teilemanagement PARTsolutionsvon CADENAS eingeführt.

Die PDMLink - SAP Schnittstelle von Innoface wurde an die Prozesse von Haas Food Equipment angepasst. Die Schnittstelle beinhaltet in der ersten Phase die Hauptfunktionen Nummernvergabe, Dokument, Materialstamm, Freigabe, Änderung und bidirektionaler Abgleich der Materialstammattribute für Norm- und Zukaufteile. Die Inbetriebnahme der Stücklistenfunktion wurde zunächst zurückgestellt, um die Komplexität zu verringern. Sie soll jedoch in einer späteren Phase eingeführt werden.

Die Erzeugung der Neutralformate für die SAP-Dokumentverwaltung wurde mit dem Produkt Release- Engine von Innoface gelöst. Freigegebene Zeichnungen werden als PDF in SAP abgelegt. Die Release- Engine erzeugt außerdem für jedes freigegebene CAD-Modell ein STL-Format, das für die Geometrische Ähnlichkeitssuche genutzt wird, welche ebenfalls auf der Technologie von CADENAS basiert.

Innoface wurde darüber hinaus mit der Lieferung eines Massenplot bzw. Massenexports beauftragt. Der Massenplot erlaubt die Ausgabe freigegebener Zeichnungen aus PDMLink. Die auszugebenden Zeichnungen können auch auf Basis einer SAP-Stückliste im Stapel ausgegeben werden. Für die Drucker- und Plotter Ausgabe wurde die Plotmanagementlösung CIMGRAPH der Firma Technodat aus Salzburg (Technische Datenverarbeitung GesmbH) mit dem Massenplot von Innoface gekoppelt. 

Mit dem Massenexport können Zeichnungen als PDF und Austauschformate wie DXF von Zeichnungen und STEP von CAD-Modellen basierend auf einer Teileauswahl in Windchill oder auf Basis einer SAP-Stückliste im Bündel konvertiert und exportiert werden.

Für den initialen Abgleich der beiden Systeme führte Innoface eine umfangreiche Urladung durch, bei der alle für die Konstruktion relevanten SAP-Materialstämme in Windchill als Teilestamm (WTPart) angelegt und mit den CAD-Modellen verknüpft wurden. Das alte Zeichnungsarchiv wurde komplett in die Dokumentverwaltung von SAP überführt. Sämtliche Altzeichnungen, die im PDF-Format vorlagen, wurden als WTDocumet (Windchill Document) in Windchill abgelegt. Eine besondere Herausforderung war die sehr große Datenmenge und die hohe Laufzeit der Urladung. Nach einigen Optimierungen und Parallelisierungen gelang es die Laufzeit für die Urladung unter die geforderte kritische Grenze zu drücken.

Der Produktivbetrieb konnte im Sommer 2011 aufgenommen werden. In Zukunft ist ein Update auf Windchill 10 sowie die Fertigstellung und Inbetriebnahme der Stücklistenfunktionalität geplant.